Energieholz liegt europaweit im Trend. Entsprechend groß war das Angebot an Großhackern mit entsprechenden Neuheiten auf der Elmia Wood Anfang Juni in Jönköping. Trotz aller Skepsis über den Einsatz von Biomassebündlern in Mitteleuropa durfte auf der Leitmesse die Exemplare von Pinox, Valmet und Timberjack/John Deere nicht fehlen.
Wachstumsmarkt Großhacker
Für den Trend zu Waldhackschnitzeln gibt es genügend Erklärungen: Die gegenüber der Windkraft deutlich besseren Liefersicherheit lässt das Interesse an Biomassekraftewerken steigen. Schließlich lieferten die Biomassekraftwerke im vergangenen Jahr 9,4 Mrd. kWh Strom, davon 3,9 Mrd. kWh aus Festbrennstoffen, sowie 58 Mrd. kWh Wärme (53,33 Mrd. kWh aus fester Biomasse). Die Zeiten, als der Entsorger für das bislang favorisierte Altholz noch Geld erhielten statt zu bezahlen, sind längst vorbei. Daran wird auch ein höheres Altholzaufkommen auf Grund der neuen TA Siedlungsabfall nichts ändern. Die geänderte EEG-Richtlinie mit einer höheren Vergütung für nachwachsende Rohstoffe sorgt ebenfalls für einen Bedarf an Hackern zur Waldhackschnitzelerzeugung. In Deutschland schätzt man inzwischen den Bestand mit kranbeschickten Hackern inzwischen auf 150-200 Maschinen. Damit liegt man inzwischen in der Größenordnung von Schweden, wo nach einer Schätzung von Bruks 150 mobile Großhacker im Einsatz sind. Dort wächst der Markt für Energiehackschnitzel aus Schlagabraum jährlich um 10%. Dies soll die nächsten 10 Jahre andauern. Von einem Boom berichten Händler aus Österreich. Dort sorgen knappe Förderfristen für einen forcierten Kraftwerksbau. Der Bestand dürfte bei derzeit 80-100 kranbeschickten Mobilanlagen liegen. Die hohe Nachfrage führt bei Herstellern bereits zu deutlich längeren Lieferzeiten.
Bruks zeigte auf der Elmia mit dem 805 CT den Nachfolger des beliebten 804 CT. Die Verbindung zwischen Forwarder und Hacker stellt ein DASA5 Steuersystem mit Windows Betriebssystem und CAN-Bus hergestellt. Über ein Touch-Screen-Display lassen sich alle Hydraulik- und Motorfunktionen einstellen. Ebenfalls neu ist die Loadsensing Hydraulik von Sauer Danfoss sowie die in Reihe geschalteten Radialkolbenmotoren von Poclain, die durch ihren Aufbau und ihre Schaltung eine hydraulische Differentialsperre zwischen oberen und unteren Einzugswalzen bewirken. Der Scania-Diesel mit 450 PS erfüllt Euro3 und sorgt mit 1870 Nm Drehmoment dafür, dass bis zu 40 cm dicke Laubhölzer zerkleinert werden. Gegenüber dem Vorgängermodell konnte Bruks den Treibstoffverbrauch reduzieren.
Mit dem 7/65 RT zeigte Erjo-OSW einen neuen Kompakt-Hacker mit Kran ohne eigenem Antrieb. Einige Exemplare sind bereits in der Slowakei im Einsatz. Mus-Max-Chef Robert Urch kündigte dagegen in Jönköping das neue Top-Modell T10 an. Mit 600 PS-Antrieb sollen Leistungen bis 200 SRM/Stunde möglich sein. Das neue Modell eignet sich besonders für die Herstellung von gröberem Hackgut. Gegenüber den bisherigen Modellen haben hat der österreichische Maschinenbauer die Siebfläche verdoppelt. Das erste Exemplar ist bereits im Testbetrieb, die Auslieferung erfolgt im August.
Auf der Elmia zeigte Mus-Max den "Wood Terminator 9". Für Traktoren mit 200 bis 350 PS oder Dieselmotoren von 250 bis 420 PS erreicht der "Terminator 9" eine Hackleistung von 100 SRM/Stunde.
Auf das Harvester-Prinzip setzt Silvatec weiterhin mit dem "878 CH".
Die seit der Elmia 2001 bekannten Bündler-Konstruktionen von Valmet, Pinox und John Deere / Timberjack waren für mitteleuropäische Besucher noch einmal Anlass, über Anwendungsmöglichkeiten in "Nicht-Kahlschlagsgebieten" zu diskutieren. Die Kosten scheinen in den meisten Fällen zu hoch zu liegen. Dies gilt umso mehr, wenn ein teurer Forwarder als Basismaschinen eingesetzt wird, der darüber hinaus keinen überregionalen Einsatz erlaubt. Auf Ablehnung der Experten stößt auch die Lösung, den Bündler nur bei Bedarf auf den Forwarder zu montieren, wie es die Waldarbeitsschule Nordrhein-Westfalen praktiziert. Das Aggregat sei einfach zu teuer, um ungenutzt auf dem Hof abgestellt zu werden.
Eine Spezialanwendung wird für Mitteleuropa immer wieder genannt: Der überregionale Einsatz auf einem LKW in Kombination mit mehreren Seilkränen. Das Astmaterial liegt beim heute vorherrschenden Gebirgsharvestereinsatz mit Vollbaumbringung konzentriert an der Waldstraße und mußte bislang aus optischen Gründen wieder verteilt werden. Als weiteres Einsatzgebiet wird immer wieder die Gehölzpflege entlang von Autobahnen genannt. Die Maschinen stoßen hier allerdings auf ein "Schmutzproblem". Da bei der Konstruktion darauf geachtet wurde, dass nährstoffreiches Feinmaterial im Bestand bleibt, könnten sich für die Straßenmeistereien aufwändige Reinigungsarbeiten ergeben.
Soll auf einem für LKW befahrbaren weg im Wald gehackt werden, bietet die Kompressions-Box von ABAB Allan Bruks eine Alternative. Die Maschine kann bis zu 35 m3 Hiebsreste mit bis zu 9 to Gewicht von der Hiebsfläche zu einem zentralen Hackplatz fahren. Die Kostenersparnis soll bei 20% liegen, da das Material über die Kippeinrichtung schnell entladen wird.
Viel Lärm um Schredder: Rotochopper, ABAB Allan Bruks, Morbark
Dass Schredder in Skandinavien eine deutlich größere Rolle spielen als in Deutschland, war auf der Elmia nicht zu überhören. Zu leiden hatten darunter besonders Impex und HSM, die direkt neben Rotochopper von der Messeleitung positioniert wurden. Zum Ärgernis von Prinz Felix zu Hohenlohe und seinen Mitarbeitern ließen die Amerikaner kaum eine Minute ungenutzt, dem Publikum die Exponate vorzuführen. "Einem skandinavischem Konzern hätte man das nicht zugemutet", sieht zu Hohenlohe eine Ungleichbehandlung.
Mit dem "HT 1684" zeigte Morbark ebenfalls einen neuen Langsamläufer. Drei Antriebsmotore stehen mit 350 PS, 470 PS oder 550 PS zur Auswahl. Mit einem Drehmoment von 107.000 Nm liege man über europäischen Mitbewerbern, verkündet das Unternehmen.