Verwaltungsreform Baden-Württemberg: Plädoyer für Landkreisforstamt
19/07/2007 - 14:16
Landkreistag und mittelständische Sägeindustrie plädieren für die Bebhaltung der bisherigen Forstverwaltungsstruktur in Baden-Württemberg.
Der Landkreistag Baden-Württemberg hat heute eindeutig Position für die Erhaltung des Einheitsforstamtes auf Kreisebene bezogen. Man stützt sich dabei auf ein Gutachten von Prof. Bastian Kaiser, Hochschule für Forstwirtschaft in Rottenburg. Eine Privatisierung des Staatswaldes wird abgelehnt. "Überrascht aber auch erfreut nehmen wir zur Kenntnis, dass die Haltung von Minister Hauk und seinem Ministerium seit gestern mit der Position des Landkreistags in einigen wichtigen Punkten übereinstimmt!" betonte Präsident Landrat Dr. Jürgen Schütz (Rhein-Neckar-Kreis, Heidelberg) auf einer Pressekonferenz am Donnerstag in Stuttgart. Bis vor kurzem hatte das Ministerium Ländlicher Raum (MLR) noch die Herauslösung des Staatswaldes und damit die Zerschlagung des Einheitsforstamtes präferiert. „Dies haben wir rundherum abgelehnt!“ so Schütz. Prof. Dr. Kaiser unterstützt Schütz bei dieser Sichtweise: "Eine isolierte Organisationsstruktur, die sehr einseitig die Optimierung der wirtschaftlichen Effizienz in den Vordergrund stellt, hätte niemandem gedient!"
Für den Landkreistagspräsidenten sind die neuesten Positionierungen jedoch durchschaubare Winkelzüge: „Minister Hauk hat offensichtlich eingesehen, dass die ursprüngliche Vorstellung eines isolierten Staatsforstbetriebs nicht realisierbar ist. Dass er sich aber die eigentlich guten Argumente für den Erhalt des Einheitsforstamtes zu eigen macht und rundherum die komplette Herauslösung aus den Kreis-strukturen fordert, ist trotzdem nicht nachvollziehbar und aus wirtschaftlichen und politischen Gründen rundherum abzulehnen!“ stellte Schütz klar. Der Präsident des Landkreistages befürchtet, dass bei einm zentralen Forstbetrieb für ganz Baden-Württemberg die Kundennähe der bei den Landkreisen angesiedelten Forstverwaltung verloren geht.
Eine Abkehr vom Kreisforstamt würde nach Einschätzung des VSH nicht nur über Jahrzehnte bewährte Geschäftsbeziehungen gefährden sondern gleichwohl die Wirtschafts- und Beschäftigungsentwicklung im ländlichen Raum.