Große Ziele hat Martin Meier in Oberachern am Fuß des Schwarzwaldes mit seiner Serra Bavaria SL 130 i: im nächsten Jahr will er 4500 fm auf der roten Mobilbandsäge schneiden. Seit März 2006 in Betrieb, amortisieren sich vom ersten Festmeter an die Mehrkosten für die aufwändige elektronische Steuerung.
AVS und SPS für einen leeren Bedienstand Dienstag Vormittag Anfang August. Am anderen Ende der Halle in Oberachern stehen zwei Arbeiter am Säumer. Die Bandsäge gleich am Eingang des Gebäudes der ehemaligen Möbelfabrik zieht ihre Bahnen durch einen Fichten-Stamm – der Bedienstand ist leer. "Der sitzt draußen auf dem Stapler", meint der Arbeiter auf die Frage, wo man seinen Chef findet.
Selbst Serra-Chef Hans Fritz hätte es wahrscheinlich nicht besser inszenieren können, um die Vorteile von AVS und SPS zu demonstrieren. Die Amperemetergesteuerte Vorschub-Steuerung (AVS) und die Speicher-Programmierbare Steuerung (SPS) sind die entscheidenden Bausteine für den Automatikbetrieb. Der Existenzgründer Martin Meier nutzt die Zeit meistens, um auf dem knapp bemessenen Rundholzplatz die Stämme abzulängen. Ein zusätzlicher Mitarbeiter ist nicht notwendig. "So sind die Mehrkosten von 10.000 € für die Elektronik schnell wieder drin", rechnet Meier vor.
Serra hatte 2004 für die Computer-Steuerung der Bandsäge den Innovationspreis des Kuratoriums für Wald- und Forstwirtschaft (KWF) erhalten. AVS sorgt dafür, dass der Vorschub erst im Holz volle Leistung erreicht – wichtig für die autonome Arbeit der Maschine. Bei einem starken Ast drosselt die Maschine das Tempo. Die elektronische Steuerung reagiert innerhalb von Sekundenbruchteilen, schneller als jeder noch so erfahrene Bedienmann (siehe auch IHB-Artikel vom 30.8.2004 – Computer in Mobilsägen).
Dass der Sägekopf nach jedem Schnitt wieder an den Stamm-Anfang zurückfährt und auf der Höhe der vorgegebenen Brettstärke wieder zu schneiden beginnt, ist der SPS zu verdanken. Neben der Automatisierung schätzt Meier besonders die hohe Präzision durch SPS. "Mit der Verstellung über die traditionelle Schnitthöhen-Skala könnte ich nie so exakt schneiden", zeigt er auf ein 3,2mm starkes Zedern-Stück. Ein Holzkanu-Bauer aus der Region wird wohl auch künftig sein Holz von Meier einschneiden lassen.
Wichtigstes Standbein – der Lohnschnitt Überhaupt ist die Schnittqualität für den Diplom-Ingenieur (FH) der Holztechnik ein wichtiges Thema. "Der Ruf von Mobilsägen hat in den vergangenen Jahren durch wellige Bretter teilweise gelitten", verweist der Unternehmensgründer auf die technischen Weiterwicklungen, besonders bei den Bändern. Besonders bei Lohnschnitt-Kunden muss man nun das Vertrauen zurückgewinnen. Den hohen Stellenwert des Lohnschnitts erkennt man an Aussagen Meiers: "Innerhalb einer Woche muss das Holz geschnitten sein, der Kunde darf nicht ein halbes Jahr warten." Aber auch direkt an der Säge seht man die Ausrichtung auf den Lohnschnitt: Die zwei ersten der fünf Niveauausgleichschieber liegen so eng zusammen, dass er auch Stämme mit nur einem Meter Länge schneiden kann. Schließlich gibt es rund um Oberachern genügend Obstbauern, die häufig das Holz ausgedienter Kirschbäume schneiden lassen wollen. Auch die variabel zu montierenden drei Stammheber sind meist so angeordnet, dass sowohl sehr kurze als auch maximal 9m lange Stämme aufgeladen werden können. Ein wichtiges Utensil ist der Sägemehlkasten, wenn Meier in den Wintermonaten die Säge an seinen Geländewagen hängt und im Umkreis von 100 km zu Kunden fährt. "Kunden freuen sich, wenn das Sägemehl nicht über den ganzen Hof verteilt ist." Gegenüber der Vielzahl kleiner Gatter-Sägewerke im Schwarzwald sieht er sich mit der Flexibilität einer Bandsäge im Vorteil.
Bauholz-Einschnitt: Serra-Bandsäge kombiniert mit Vielblattsäge In den Sommermonaten schneidet Meier Fichten-Rundholz, das er selber einkauft. Ein wichtiger Abnehmer ist das Abbundzentrum Klaus Mayer in Kappelrodeck und Achern. Beim Bauholz spürt der Mobilsäger eine enorme Nachfrage nach Latten. Obwohl es theoretisch auch möglich wäre, diese auf der Bandsäge fertig zu schneiden, bevorzugt Meier die Raimann Vielblattsäge, die noch aus den Beständen der Möbelfabrik stammt. Besonders beim Lattenschnitt bewährt sich die Kombination aus automatischer Bandsäge mit Vielblattsäge. Nach Feierabend seiner zwei Mitarbeiter trennt er meistens noch einig Stämme auf, damit am nächsten Morgen genügend Material für die schneller arbeitende Vielblattsäge vorhanden ist. Durch AVS und SPS trennt die Serra-Säge den Stamm von oben her Brett für Brett auf. Meier arbeitet während dessen meist auf dem Rundholzplatz. Nur beim ersten Schnitt pro Stamm sieht man ihn am Bedienstand der Bavaria SL 130i. Sobald der Stamm nach dem Anschnitt gedreht ist, über die Position des Sägekopf der Stammdurchmesser an den Computer übergeben ist sowie das optimierte Einschnittbild bestätigt ist, übernimmt die Automatik.
Abstapeln über Querförderer
Was die Zukunft bei Meier bringen wird? Auf jeden Fall eine bessere Mechanisierung. Mit dem Gabelstapler das Holz auflegen und wieder abnehmen – keine Methode um die Einschnittziele zu erreichen. Meier will die Bandsäge und die Vielblattsäge miteinander verbinden. Dann werden auch die bislang nicht montierten Serra-Querförderer zum Einsatz kommen. Mit Hilfe der patentierten Stammklemmdreher der Säge wird das Holz in einen Puffer geschoben, von dort geht es weiter zum Besäumen (siehe auch IHB-Artikel vom 12.5.2005 – Mobilsägen werden stationär.
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(IHB Michael Fehrle, Fotos Michael Fehrle PR_Anzeige)