Resch Bandsäge: Von der Gelegenheits- zur Mehrschicht-Maschine
16/08/2006 - 11:22
Benedikt Meßmer hatte vor fünf Jahren genug: Überdimensionierte Douglasien, Tannen, Fichten und Kiefern aussortieren und warten, bis ein Mobilsäger vorbeikommt. Eine eigene Starkholz-Lösung für das Lohnschnitt-Sägewerk in Welschensteinach im Mittleren Schwarzwald musste her. Nachdem bei den Mobilsägern alle Marken vertreten waren, konnte der Säger die einzelnen Modelle ausgiebig begutachten. Bis Resch-Vorzeige-Unternehmer Hans Probst aus Gmund am Tegernsee auf dem Hof stand. Die Wahl war danach auf den Südtiroler Maschinenbauer gefallen.
"Eigentlich sollte die Bandsäge nur zweimal in der Woche das Starkholz wegsägen – heute arbeiten wir häufig im 1,5-Schichtbetrieb", beschreibt Benedikt Meßmer, welche Bedeutung die stationäre Horizontalbandsäge inzwischen für sein Unternehmen erlangt hat. Eine große Rolle hat bei der Kaufentscheidung die am Sägekopf montierte Kabine gespielt. "Der Bediener kann so immer die Schnittfläche begutachten", argumentiert der Säger. Die dicken Fichten, Tannen und Kiefern sägt Mitarbeiter Stanislav Cheslik meist komplett auf der Bandsäge. Die Douglasien, die einen hohen Anteil am Lohnschnitt ausmachen, werden auf der Bandsäge filetiert. Das verbleibende, asthaltige Model kommt auf die Gattersäge mit 70 cm Durchlass. Den Vorschub steuert Cheslik manuell, der sich mit einem Kollegen auf der Bandsäge abwechselt. Auf dem Bildschirm in der Kabine erhält der Sägeführer Einschnittvorschläge, die nur ein möglichst kleines Reststück übriglassen. Aus der Kabine haben die beiden Meßmer-Mitarbeiter einen guten Blick auf Längs- und Querschneider. Schwarten können zum besseren Handling gekürzt werden. Hauptware wird gleich auf die richtige Länge zugeschnitten, ohne eine extra Kappsäge zu benötigen. Um 90° gedreht wird aus dem Quer- ein Längsschneider. Bei Blockware kann bei den mittleren Bohlen ein Entlastungsschnitt geführt werden. Unkontrolliertes Reißen ist ohne zusätzlichen Arbeitsaufwand kein Thema mehr.
Durch die Druckführung des Sägeblatts erreicht Meßmer eine hohe Schnittgenauigkeit. Dies schätzt er besonders, wenn aus starken Douglasien zuerst kerngetrennte oder kernfreie Doppelmodel und dann Fußbodendielen gesägt werden. Die Schnittlänge von 9m könnte um ein Verlängerungsstück auf 12m erweitert werden, was aber kaum zum Einsatz kommt. Mit fünf höhenverstellbaren Einspannzangen richtet der Maschinenführer den Stamm aus. Die drei Kettenwender brauchen nur in seltenen Fällen die Unterstützung des Deckenkrans. Sie kommen aber nicht nur beim Stammdrehen zum Einsatz, sondern auch um Brettware seitlich abrutschen zu lassen oder das komplette Schnittholz auszuwerfen (Resch Firmen-Video).
Das bei Meßmer eingesetzte Modell "B 1050" hat einen maximalen Stammdurchlass von 1m. Die Modellbezeichnung leitet sich aus dem Rollendurchmesser von 1050mm ab. Der maximale Hub liegt bei 960mm. (siehe auch techn. Daten).
"Einen Resch-Kunden brauche ich gar nicht erst versuchen, von meinen Sägen zu überzeugen", blickt ein Mitbewerber, dessen Sägen ebenfalls einen sehr guten Ruf haben, mit Respekt auf die Kundentreue des Südtiroler Herstellers. Zu einem der bekanntesten Resch-Kunden zählt Hans Probst aus Gmund am Tegernsee. Bereits seit 1991 fährt er deutschlandweit von Sägewerk zu Sägewerk, um überdimensionale Stämme einzuschneiden. Auf seinem Dreiachs-Anhänger ist das Modell "B 1200" montiert. Stämme bis 1,5m Durchmesser sind so kein Problem. Für Hans Probst sind die Wendeketten, Stammroller und der auf dem Trailer montierte Kran Voraussetzung, um professionell mit der Säge arbeiten zu können. Auch für ihn gibt es zum Kommandostand, der mit der Säge mitfährt, keine Alternative.
Die mit einer Resch-Säge mögliche Präzision demonstriert Probst gerne bei Aufträgen für Hersteller von 3-Schicht-Landhausdielen. Nur wenige Millimeter starke Deckschichten sägt er auf seiner Anlage.
Die Latte liegt für die Nachfolger von Johann und Ignaz Resch hoch. Die Mitarbeiter Rudolf Lantschner, Christoph Lunger und Martin Rieder führen den Betrieb seit Januar unter dem Namen Resch & 3 GmbH. Die ersten Erfolge kann das Trio schon vermelden. Im April wurde die erste Mobilbandsäge in neuem Design an Christian Öttl am Reschenpass ausgeliefert. Ebenso wie Thomas Reier, St. Magdalena im Südtiroler Gsieser-Tal, setzt der Lohnsäger auf den 54 kW Dieselmotor als Antrieb. Reiers Säge, ausgeliefert im Dezember 2005, hat zusätzlich die automatische Rundholzvermessung. Die Massenermittlung für die einzelnen Lohnschnittkunden fällt so deutlich leichter. Da er besonders viel Bauholz sägt, hat er den Längsschneider geordert. Die Bretter können so gleich einseitig besäumt werden. In der Familie ist es die dritte Resch-Säge. Bereits der Vater von Thomas Reier setzte auf die Produkte aus Blumau bei Bozen.
Das Zubehörprogramm mit Stammeinzügen und Besäum-Kreissäge hat Michael Meyer, Titterten bei Basel/CH, bestellt. Er betreibt seine im März 2006 gelieferte Mobilsäge mit Elektromotor.
Neben den horizontalen Blockbandsäge haben die Trennbandsägen einen wichtigen Anteil am Erfolg der Resch & 3 GmbH. Kürzlich wurde ein Exemplar im neuen Brettschichtholzwerk von Handlos installiert. In wenigen Wochen wird auch das bislang größte Modell Typ TBS 1400 an das Leimbinderwerk von Theurl geliefert (siehe auch IHB-Meldung vom 21.6.2006 Resch & 3 GmbH: Neue Bandsäge für Brettschichtholz.)
Weitere Informationen
RESCH & 3 GmbH
Martin Rieder
Brennerstr. 44/A
I - 39050 BLUMAU (Südtirol)
Tel: +39 0471 353 137
Fax: +39 0471 353 177
Mail: info@resch-3.com
Internet: www.resch-3.com