Harte Kritik mußten die wenigen Staatswaldförster auf dem 7. Forstlichen Unternehmertag in Freising am Donnerstag einstecken. Unternehmensberater und Großindustrie sprachen ihnen die Holzmarktkompetenz ab, Forstunternehmer die technische. Dabei wurde deutlich, wie dringend das Thema Holzerntekette inzwischen ist.
Wenn Forstmaschinen auf dem Uni-Campus stehen, ist Unternehmertag in Freising
„Die Forstwirtschaft sollte ihren Schwerpunkt auf die ökologische Holzproduktion legen, die Forstunternehmer sind kompetent wenn es um Holzerntetechnik geht“, teilte Dr. Hubert Röder von der Unternehmensberatung Jaakko Pöyry die Aufgabenschwerpunkte auf. Vor dem Hintergrund der immer attraktiveren Rundholzvorräte in den mitteleuropäischen Wäldern solle man aber die Organisation der Logistik der Holzindustrie überlassen. Gemäß Untersuchungen des führenden Beratungsunternehmens der Holzbranche wird die Rundholznachfrage bis 2010 das Angebot deutlich übersteigen. Neben dem neuen Zellstoffwerk in Stendal sorgt auch die immer stärkere Exportorientierung der Sägeindustrie für eine steigende Nachfrage.
Während Hubert Röder die Kritik an der Logistik-Kompetenz der Forstverwaltungen nur in seinem Fazit zeigte, wurde beim Mann aus der Praxis, Einsatzleiter Maurizio Longo vom Forstunternehmen Vilser klar, wie schwierig das Verhältnis Forstbeamter zu selbstständigem Unternehmer inzwischen geworden ist. Unzureichende Ausschreibungsunterlagen, Vergabe nur nach dem Preis, mangelnde Kontrolle des Beamten ob die zugesagten Kriterien vom Unternehmer überhaupt eingehalten werden – die Sorgenliste von Longo war lang. Wie sehr der Forstunternehmer den Nerv der Verwaltung traf, wurde bei dem Versuch einer Verteidigung der Bayerischen Staatsforstverwaltung deutlich: Es gebe doch Vorschriften, wo alles geregelt sei. Dass die Erfahrungen im Forstunternehmen kein Einzelfall sind, bestätigte in der Diskussion Herbert Körner, Sprecher der Fachgruppe Baden-Württembergische Forstunternehmer im VdAW: „Ich sehe für die deutschen Forstunternehmen schwarz, die Investitionskosten sind nicht mehr zu verdienen, das Interesse der Forstbeamten ist beängstigend gering.“
Neue Technik und Logistik - die Richtung wird in Freising angezeigt
Kritik mussten aber auch Forstunternehmer einstecken. Weine Genfors, Vize-Präsident bei Stora Enso Forest forderte, endlich die teuren Maschinen besser auszulasten: „2000 Betriebsstunden pro Jahr ist noch kein Zweischichtbetrieb.“ Die Vorbehalte gegen den Zweischichtbetrieb in Mitteleuropa seien überholt. Weitere Einsparpotenziale würden in der Planung sowie Transportoptimierung durch Rückfracht liegen. |