Reaktion auf "Schwarzhandel": Bundesverband Brennholz gegründet
21/07/2006 - 18:59
Deutschland Brennholzhersteller reagieren mit einer eigenen Interessensvertretung auf die zunehmende Konkurrenz durch "Schwarzproduzenten" ohne Gewerbeschein. Auf der Interforst in München gründete sich der „Bundesverband Brennholz und Brennholzproduktion“. Vorsitzender des Verbandes ist Gerhard Dürr aus Dornstetten (Baden-Württemberg), vertreten durch Ralf Schlotzig aus Xanten. Schriftführer ist Udo Schmallenberg, für die Kasse zuständig Rene Kleinlein aus Höhn. Martin Nitschke (Hamburg), Thomas Müller aus Greudnitz (Sachsen) und Dirk-Uwe Hitz aus Brandenburg sind Beisitzer. Nach der Gründungsversammlung soll nun die Geschäftsfähigkeit des Verbandes beim Warsteiner Amtsgericht beantragt werden. Die erste Mitgliederversammlung ist für den 9. September in Warstein geplant. Die Initiative kam damit Versuchen des Verbands der Deutschen Forstunternehmer zuvor, die ebenfalls angekündigt hatten, sich verstärkt um die Belange der Brennholzproduzenten zu kümmern.
Ein Schwerpunktthema wird die Rundholzbeschaffung sein. Die Praxis vieler Forstverwaltungen, Industrieholz an Brennholzproduzenten ohne Gewerbeschein abzugeben, ist in den vergangenen Monaten zunehmend auf Kritik gestoßen. Immer wieder war der Vorwurf zu hören, Revierförster würden zu große Holzmengen an angebliche Privatverbraucher abgeben. Betreiber gewerblicher Brennholzbetriebe gehen davon aus, dass zwei Drittel des in Deutschland angebotetenen Scheitholzes von Privatpersonen stammt. Die Investitionen von mehreren 10.000 € bis 100.000 € seien so gefährdet. Udo Schmallenberg, Sprecher des Brennholz-Verbands: "Es darf nicht sein, dass der Schwarzhändler um die Ecke das Preisniveau im offiziellen Handel bestimmt. Wir Händler sichern eine ganzjährige Verfügbarkeit, zahlen Steuern, sollen aber unser Holz für den gleichen Preis verkaufen wie der angebliche Selbstwerber, der über Bedarf rückt und mit dem Überschuss die Nachbarschaft versorgt.“